Filz vs. Leder

Inzwischen stapeln sich bei mir Zuhause die Wollfilze und Stoffe. Leider habe ich nicht immer Muster im Internet bestellen können und musste öfters auch mal größere Stücke kaufen, um mir ein Bild von der Qualität machen zu können. In Stoffläden gibt es oft nicht die Auswahl wie im Internet. Schade eigentlich, denn das Rumstöbern in Stoffläden macht mir besonders viel Spass. Und glaubt mir, ich kenne jeden Stoffladen in Karlsruhe, Mannheim oder Freiburg :-) Sogar auf dem Holländischen Stoffmarkt habe ich mein Glück versucht, es war zwar wahnsinnig toll, aber das was ich gesucht habe, war nicht dabei.
 
Vor kurzem bin ich auf Kunin-Felt Filz gestoßen. Es handelt sich hierbei um ein synthetisch hergestellten Filz aus recycelten PET-Flaschen. Den ökologischen Ansatz hierbei fand ich sehr interessant. Allerdings war die Enttäuschung groß, als ich die bestellten Muster erhalten habe. Der Filz hat sich tatsächlich irgendwie nach Plastik angefühlt, sehr glatt für einen Filz und sehr sehr synthetisch – schade. Inzwischen hatte ich eine neue Idee, da mir der Filz fast zu den Ohren raus gekommen ist und irgendwie jeder gerade gerne etwas mit Filz macht.
 
Leder sollte es nun sein! Die Suche danach stellte sich allerdings noch schwieriger heraus, denn Leder ist natürlich auch sehr teuer. Und da ich keiner Mücke etwas zu Leide tun kann, hätte ich glaube ich auch ein Problem damit, ständig echtes Leder zu verarbeiten. Deswegen habe ich mich auf die Suche nach Leder-Imitat gemacht. Es muss dem echten Leder in der Qualität verdammt ähnlich sein, um nicht billig oder künstlich zu wirken. Dieses Mal wurde ich auch nicht enttäuscht: ich habe ein sogenanntes Softleder, das synthetisch hergestellt ist, gefunden. Es gleicht dem echtem Leder sehr stark. Außerdem ist es für Leder gut zu nähen, da es nicht so steif ist, was meine kleine Nähmaschine auch wirklich sehr gut kann :-)
 
Leider warte ich seit 14 Tagen auf die Bestellung und kann noch nicht einmal eine Probe-Tasche nähen, da das Musterstück viel zu klein ist. Ihr müsst also noch ein bisschen Geduld haben, bis ihr was zu sehen bekommt – und ich auch!

WUNSCHBRUNNEN

Das ist der endgültige Name meines Labels. Ja, ich habe mich endlich entschieden, lange genug hat es ja nun gedauert. Wenn ich es genau nehme, dann sind es 3 Monate und 24 Tage gewesen. Aber zum Glück kann man sich bei so einem Projekt parallel mit anderen Dingen beschäftigen, wenn man das Gefühl hat an der einen Stelle fast verrückt zu werden...

Lange ist mir der Name im Kopf herum gespuckt, nachTrüffelwerk hat mich dieser wohl am meisten beschäftigt – Tag und Nacht! Ich hatte zwar schon immer ein gutes Gefühl bei Wunschbrunnen und habe auch meistens sehr positive Rückmeldung bekommen, aber der Gedanke, etwas noch besseres und passenderes zu finden, war einfach immer da.

Inzwischen habe ich aufgegeben bzw. finde, dass kein Name besser passen könnte. Der Name sagt inhaltlich genau das aus, was ich mit meinem Label rüber bringen möchte und das auf eine indirekte Art und Weise – genau so etwas habe ich gesucht!

Da das Baukastenprinzip vom Grundgedanke her sehr technisch ist, wollte ich den Namen auf keinen Fall in diese Richtung lenken. Der Labelname sollte dem Technischen etwas entgegenwirken und es persönlicher, individueller und besonders machen, aber auf keinen Fall kitschig wirken. Und so bin ich auf Wünsche gekommen. Ich hab mich mit Wunscherfüllung von Freud beschäftigt und bin dann auf die drei Arten von Wünschen nach Epikur gestoßen. Dabei habe ich festgestellt, dass es sich bei mir um "Natürliche, aber nicht notwendige Wünsche handelt. Die zum Überleben nicht notwendig sind, aber den Sinnen sehr angenehm erscheinen. Die Befriedigung dieser Wünsche sind von Vorteil." Und da fand ich den Wunschbrunnen sehr passend dafür...

Jetzt kann es an die Logogestaltung gehen – darauf freue ich mich wirklich schon sehr,  sehr lange!

Bis ins Unendliche

Lange Zeit habe ich jetzt damit verbracht meine Modelle auf Papier zu bringen und sie als Vektorgrafiken nachzubauen. Den passenden Stil zu finden, das ist glaub ich das Schwierigste gewesen – aber letztendlich habe ich einen gefunden und bin nun auch sehr glücklich damit. Jetzt heißt es: die Modelle nach diesem Prinzip zu zeichnen – denn alle hab ich noch nicht geschafft!

Der Stil ist sehr schlicht, aber dafür detailreich und wirkt auch ein wenig konstruiert. Denn so kann ich am Besten die Modelle meines Baukastens darstellen. Mit den Ansichten und Perspektiven wechsle ich, da jedes Produkt von jeder Seite anschaubar sein soll. Die Isometrischen Darstellung mag ich besonders gerne – auch wenn ich anfängliche Schwierigkeiten damit hatte. Aber inzwischen habe ich mir ein passendes Raster gebaut, das sehr gut funktioniert.

An einem Modell entstehen so viele Varianten – und der Baukasten wird immer größer – mit so vielen hatte ich gar nicht gerechnet... ;-) Ein zusätzliches Täschchen hier, ein Seitenfächlein da, ein anderer Verschluss dort, hier Leder oder doch lieber Filz (die Frage habe ich noch nicht ganz geklärt) oder doch in einer anderen Farbe? Es geht ins Unendliche, aber ich muss mich bremsen... sonst bekomme ich das nicht bewältigt! Aber ich denke genau diese Variablen machen mein Projekt interessant und für jeden Einzelnen individuell.

Das Zusammenstellen wird hoffentlich allen Spaß machen, sodass jeder seine auf sich abgestimmte Laptoptasche oder sonst was haben kann. Damit die Taschen auch online bestellt werden können, soll es im Shop einen Konfigurator geben. Ansonsten können die Modelle im Katalog bestellt werden – und ganz vielleicht auch schon in ein paar Lädchen... ich werd mir auf jeden Fall Mühe geben! Und hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack (natürlich noch in der Rohform).

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Premiere

Gestern habe ich mir endlich mal die Zeit genommen und mich an meine Nähmaschine gewagt – gemütlich in der Sonne auf dem Balkon... Sonnenbrand inklusive (allerdings nur auf der linken Seite, nächstes Mal muss ich wohl andersherum sitzen oder mir eine Schablone wie Oliver Pocher basteln – echt blöd)! Die Grundfunktionen der neuen Maschine kann ich jetzt, für alles andere benötige ich noch etwas mehr Zeit. Und leider sind meine bestellten Filzmuster immer noch nicht alle da, sodass ich mich noch nicht hundertprozentig entscheiden kann, da sie so unterschiedlich sind was Qualität und Preis betrifft. Anfang nächster Woche möchte ich aber auch das erledigt haben, denn einige passende Stoffe habe ich schon und dann kann es auch mit den ersten Produkten los gehen. Ich freue mich schon sehr! Hier ein paar Schnappschüsse von meiner Premieren-Sonnenbad-Nähaktion.

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Ich liebe sie

... meine neue kleine Nähmaschine. Sie ist so wunderschön und kann so einiges! Ich bin richtig stolz! Und ja, wenn ich möchte, kann ich mir jetzt in jeden meiner Socken meinen Namen nähen lassen ;-) Bisher habe ich mit einer alten, ja schon fast nostalgischen Nähmaschine von meiner Mama genäht. Das orangefarbene Exemplar einer Privileg-Nähmaschine war wirklich super und ich erinnere mich an meine ersten Nähversuche als kleines Mädchen. Ich war total verzweifelt, weil ich es nie geschafft habe, den Faden richtig einzufädeln und sich dann immer alles verwurschtelt hat, danach hat es Stunden gedauert, bis wir den Fadenknäuel entfernt hatten. Inzwischen hab ich es doch gelernt und bin sogar etwas traurig, dass ich sie ersetzen muss, da ich immerhin meine ersten Taschen auf ihr genäht habe. Aber leider wurde sie in letzter Zeit immer schwächer und die Nadel ist ständig abgebrochen, sodass es Zeit wurde, mir eine neue zu kaufen. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf die ersten Produkte nicht nur als Entwurf auf Papier zu sehen, sondern auch endlich nähen zu dürfen. Allerdings muss das noch etwas warten, da ich gerade die passenden Stoffe und Filze für meine erste Kollektion suche – und das ist gar nicht so einfach!

Ach ja und dann ist da immer noch der Name, den ich verzweifelt suche – Wunschbrunnen hat mir sehr gut gefallen... aber naja, die Namensuche steht gerade an zweiter Stelle, obwohl mir wirklich wohler wäre, wenn ich endlich einen hätte. Aber hier schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf meinen kleinen Porsche unter den Nähmaschinen: Tadaaaaaaaaaaaa!

Naehmaschine_neu

So viele Namen

Seit Tagen überlege ich mir immer wieder schöne Namen für mein Label. Inspiriert von einem Buch über Neuseeland und dessen Ureinwohnern bin ich auf den kleinen Kiwi gestoßen – lange habe ich überlegt, was ich mit dem Vögelchen anstellen könnte, dass er einen Bezug zu meinem Thema und dem Label bekommt. Vergebens, weder bin ich Neuseeländerin, noch habe ich einen Kiwi Zuhause – schade eigentlich!

Also hab ich weiter nachgedacht... Der Name soll ja nicht zuviel über die Idee mit dem Baukasten verraten, es soll eher indirekt eine Rolle spielen, jedoch nicht zu abstrakt und unpersönlich werden. Wörter wie Zellwerk, Blütennest und Trüffelwerk hatten es mir angetan. Letzteres fand ich besonders geeignet, da der Trüffel im übertragenen Sinn das Besondere darstellen soll, also das Prinzip wie eine Tasche beispielsweise nach dem Baukasten und somit nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusammengestellt werden kann. Das Wort Werk soll eher das Handwerk oder das Handgemachte oder das Unternehmen ansich darstellen.

Fünfzehn Personen (Designer und Nichtdesigner) habe ich diesen Namen ohne Kommentar vorgelegt. Das Einzigste was sie wussten, war die Tatsache, dass es sich um den Namen eines Textillabels handelt. Resultat: Eher mäßig geeignet. Den meisten gefiel zwar das Wort, sie brachten es aber in erster Linie mit Schokolade oder Pralinen in Verbindung und nicht mit Kleidung oder sonstigen Textilaccessoires. Habe ich danach jedoch erklärt, was ich mir dabei gedacht habe, fanden es viele schon gar nicht mehr so schlecht. Naja, ich glaube es ist nicht so gut, sein Namen erklären zu müssen :-) Ich muss auf jeden Fall noch weiter überlegen und habe Trüffelwerk erstmal auf Eis gelegt!

Bei vielen bekannten Marken stellt man sich die Frage, welche Geschichte oder Bedeutung eigentlich hinter dem Name steckt. Denkt man zum Beispiel an Lacoste, wissen wahrscheinlich die wenigsten warum ein Krokodil auf einem Poloshirt platziert wurde. Der Grund dafür war eine Wette, die René Lacoste bei einem Davis-Cup Spiel gewann. Als Preis erhielt er vom Leiter des französischen Teams eine Aktentasche aus Krokodilsleder. Das Krokodil wurde somit zum Symbol und zur Marke. Denke ich allerdings an die Kinderschuhmarke Elefanten, frag ich mich, was ein kleiner Kinderfuß mit einem Elefanten gemeinsam hat? Ich weiß es nicht! Und trotzdem gilt die Marke als die Beste unter den Kinderschuhen. Kann nicht aus fast jedem Wort eine gute Marke werden, wenn auch nur versteckt eine Begründung zugrunde liegt? Ich überlege auf jeden Fall weiter und hoffe bald mein Label beim Namen nennen zu können.

Es ist soweit

Die ersten zwei Semester im Master gingen rasend schnell vorbei. Es kommt mir wie gestern vor, dass ich meinen Bachelor angemeldet habe – dabei ist das schon über ein Jahr her! Der Anfang damals war ganz schön schwer für mich, ich hab mein Thema nicht zu fassen bekommen und erst ziemlich spät das Ganze eingrenzen können. Aber ich meine etwas daraus gelernt zu haben ;-) und habe deshalb meine Masterarbeit erst angemeldet, als ich wusste, was ich wirklich wollte: Ein eigenes Modelabel.

Labels im Mode-/ Textilbereich gibt es inzwischen zwar wie Sand am Meer, aber gibt es da wirklich schon alles? Nach langen Überlegungen kam ich auf die Idee ein Label nach dem Baukastenprinzip zu entwickeln. Keine Mode oder Accessoires, die schon fertig im Regal stehen, die die falsche Größe, Farbe oder Form haben, sondern ein Baukasten zum individuellen Zusammenstellen. Den Namen dafür gibt es noch nicht (bis auf den spektakulären Arbeitstitel), aber ich wühle mich gerade danach durch...